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Kirche "Notre Dame" in Varennes-en-Argonne (Département Meuse/Lothringen) - dieser kleine, aber geschichtsträchtige Ort zwingt uns in das Jahr 1791. Statt auf die Forderungen der Nationalversammlung einzugehen, zog Ludwig XVI. es vor, mit seiner Familie aus Paris zu fliehen. Mit dem Ziel Metz passierte die Kutsche in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1791 die Poststation Sainte-Menehould, wo der Postmeister und dessen Amtskollege die Reisedokumente kontrollierten. Daß es Fälschungen waren, erkannten die beiden nicht. Ludwig, dem das schon zu lange dauerte, machte den Fehler, den Kopf aus dem Fenster zu strecken. Postmeister Drouet stutzte. "Encore un moment s’il vous plaît," ging hastig in sein Büro, griff in die Schublade, wo er einen Louis d´or versteckt hielt - ein Blick auf die in Gold geprägte, fett gefressene Visage und er wußte, wer der Reisende war. Um ein freundliches "Merci!" bemüht, gab er die Reisedukumente zurück und bedeutete dem Kutscher weiterzufahren, schwang sich sogleich auf sein Pferd und alarmierte die Garde nationale, und diese versperrte der königlichen Kutsche in Varennes den Weg. Aus der Traum! Am 21. Januar 1793 endete Ludwig XVI. als "Bürger Louis Capet" unter dem Fallbeil. Und Marie-Antoinette, Tochter Maria Theresias, "l´Autrichienne", wie die Franzosen sie verächtlich nannten, teilte das Schicksal ihres Gemahls am 16. Okt. 1793.

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