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29.05.2012 - nach ~120 km erreichen wir die westl. von Reims gelegene "Waffenstillstandslichtung" Clairière de l´Armistice (auch Clairière de Rethondes). Sie befindet sich 6 km östl. von Compiègne, Département Oise, Region Picardie. Hier hatte am 11. November 1918 ein Eisenbahnwaggon gestanden, in dem der dt. Staatssekretär Matthias Erzberger - auf Weisung Hindenburgs - die von den Entente-Mächten diktierten Bedingungen für eine bedingungslose Kapitulation anzunehmen hatte. Oberbefehlshaber auf alliierter Seite war der frz. Maréchal Ferdinand Foch. Nach dem Krieg kam der Waggon 2419 D ins Armeemuseum von Paris. Nachdem die dt. Wehrmacht in einem "Blitzkrieg" am 10. Juni 1940 in Paris einmarschiert war, revanchierte sich Hitler am 22. Juni 1940 für die Schmach von 1918, indem er den Waggon aus dem Museum holen und nach hierher bringen ließ. Und nun diktierte Hitlers General Wilhelm Keitel an selber Stelle, im selben Eisenbahnwaggon, die Bedingungen, die der frz. General Charles Huntziger zähneknirschend akzeptieren musste. Das war das Ende der Dritten Französchen Republik - 60% fielen unter dt. Besatzung, 40% an das mehr als fragwürdige Vichy-Regime unter Maréchal Philippe Pétain. Zudem wurden die Franzosen verpflichtet, die Schlange an ihrem Busen auch noch zu ernähren - täglich 20 Mio. Reichsmark! Hitler holte den Waggon nach Berlin, wo er quasi als Siegestrophäe begafft werden konnte; das Ende des 2. Weltkrieges erlebte der Waggon schwerst beschädigt auf dem Gebiet der späteren DDR, wo er 1986 verschrottet wurde.

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