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31.05.2012 - Le Havre (~30 km südl. von Étretat, Département: Seine-Maritime, Region: Haute-Normandie) - die 1517 gegr. Stadt an der 5 km breiten Mündung der Seine in den Ärmelkanal entwickelte sich bis etwa Mitte 18. Jh. zum zweitgrößten Hafen Frankreichs, was wiederum die Industrialisierung vorantrieb. Anfang 20. Jh. wurden Kaffee- und Baumwollimporte für Europa fast ausschließlich über Le Havre abgewickelt. Den 1. Weltkrieg konnte die weitab der Front gelegene Stadt unbeschadet überstehen. 1940 zogen dt. Truppen ein. Für Hitlers Plan, Englands Städte von der Landkarte "auszuradieren", wie er es nannte, war Le Havre natürlich strategisch bedeutsam und wurde zur Festung ausgebaut - war somit Teil des "Atlantikwalls". 1942 hatte Hitler befohlen, längs der Atlantikküste - von Norwegen bis Biarritz (im tiefsten Süden Frankreichs) - befestigte Stellungen zu errichten. Damit wähnte er sich vor alliierten Angriffen sicher. Und wer wohl wurde zum Bau dieses irrwitzigen Projekts herangezogen? - überwiegend Zwangsarbeiter. Im Zuge der Invasion 1944 zeigten ihm die Alliierten, was sein Atlantikwall wert war. Ein todbringendes Hindernis schon, aber nicht uneinnehmbar. 132 Bombenangriffe legten Le Havre komplett in Trümmer.

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