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19.08.2014 - vom Bahnhof Prien fahren stündlich Züge nach München (aber auch nach Salzburg). Nach einer Stunde Fahrzeit kommen wir in München-Hauptbahnhof an. Wir gehen durch das Karlsstor, was vom Bahnhof gar nicht weit ist, und kommen in die Fußgängerzone Neuhauser Straße. Das ist DIE Shopping-Meile schlechthin, und das Gedränge dort ist an diesem ganz normalen Dienstag unbeschreiblich. Da lob ich mir die Stille der im 18. Jh. gegr. Bürgersaalkirche. Hier, in der "Unterkirche", ruht der Jesuitenpater Rupert Mayer. Der Pater, ab 1921 Präses der Marianischen Männerkongregation, galt schon bald als "Apostel Münchens". Aufgrund seiner Predigten gg. den Nazionalsozialismus erhielt er 1935 zuerst Redeverbot, dann wurde er von der GESTAPO verhaftet. Sechs Monate Gefängnis auf Bewährung konnten ihn aber nicht davon abhalten, weiter gegen die Nazis zu predigen und dabei die lasche Haltung der Kirche gegenüber der verbrecherischen Staatsführung anzuprangern. 1937 brachte man ihn ins KZ Sachsenhausen. Nachdem er bald nur noch 50kg wog, veranlasste die Nazi-Führung ihn ins Kloster Ettal zu verbannen, wo er ohne jeden Kontakt zur Außenwelt bis Mai 1945 ausharren musste. Als kranker Mann kehrte er nach München zurück, verstarb aber am Allerheiligentag desselben Jahres. Nach Behebung der Kriegsschäden überführte man seine sterblichen Überreste 1948 vom Klosterfriedhof nach hierher. 1987 wurde der von den Münchnern hoch verehrte Pater von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

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