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06.06.2014 - Posen (Poznań), ~550.000 Ew., Woiwodschaft Großpolen (Województwo Wielkopolskie) - wir sind jetzt in der Ul. Wielka und gehen in Richtung Alter Markt. Obwohl Posen nur ~160km von Breslau entfernt ist, verlief die Geschichte hier doch etwas anders. Dass Polen gegen Ende des 18. Jahrhunderts zum Spielball zwischen den Großmächten Preußen, Österreich und Russland geworden war, kam nicht von Ungefähr. August III. (Sohn von August dem Starken, Kurfürst von Sachsen, der von 1697 bis zu seinem Tod 1733 als August II. König von Polen und Großherzog von Litauen war) konnte das väterliche Erbe erst antreten, nachdem er 1734 zum König gewählt worden war. Während er sich den schönen Künsten widmete und der Jagdlust frönte, schlitterte sein Königreich 1756 in den Siebenjährige Krieg - ein Krieg, in welchem jeder gegen jeden kämpfte, sodass man ihn gern als Weltkrieg bezeichnen darf. Als Sachsen gleich im ersten Kriegsjahr an Preußen verloren ging, hatte August III. dem nichts entgegenzusetzen. Er zog nach Warschau um, wo er wie ein hypnotisiertes Kaninchen verharrte, während sein Königreich im Verlauf des Krieges immer mehr unter russ. Einfluss geriet, und als er 1763 starb, sorgte Zarin Katharina die Große dafür, dass Graf Stanisław Antoni Poniatowski die Königswahl gewann und 1764 als Stanisław II. August den poln. Thron bestieg. Poniatowski erwies sich aber nicht als sonderlich dankbar - seine fortwährenden Reformbestrebungen zwangen die Zarin alsbald zum Handeln. D.h.: Russland, Preußen und Österreich begannen mit den poln. Territorien Monopoli zu spielen, was 1772 zur Ersten Teilung Polens führte.

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