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Ein wenig abseits der Straße 501 liegt das KZ Stutthof (Sztutowo) - seit 1936 hatten die Danziger Nazis sogen. schwarze Listen angelegt mit den Namen "unerwünschter polnischer Elemente", die im "Konfliktfall" aus der Gesellschaft "entfernt" werden sollten. Ab 1933 waren zwar schon einige Internierungslager in der näheren Umgebung entstanden, aber dort - so nahe an der Stadt - waren nur (aus Sicht der Nazis) halbherzige Lösungen möglich. Hingegen das zur Freien Stadt Danzig gehörende Gelände Stutthof, bis zum Ersten Weltkrieg eine Altenheim-Anlage, schien ihnen aufgrund der abgeschiedenen Lage als "Sonderlager" hervorragend geeignet, aber noch bremste der "Führer" ihren Tatendrang. Mitte August 1939 war es dann so weit. Unter den Augen der SS-Heimwehr Danzig mussten an die 500 Gefängnisinsassen einen Zaun um das Gelände ziehen. Nachdem der von den Nazis lang ersehnte "Konfliktfall" am 1. September eingetreten war, wurde eiligst der "SS-Wachsturmbann Eimann" gegründet, der weitere 150 bis 200 Gefangene aus dem Gestapo-Sammellager in der Danziger Viktoria-Schule nach Stutthof verbrachte, und nun wurde gebaut - Unterkünfte für die Wachmannschaften, Verwaltungsgebäude und Baracken für die Häftlinge. Anfangs inoffizieller Leiter und ab 1942 offizieller Leiter des Lagers war SS-Obersturmbannführer Max Pauly (1946 von einem brit. Kriegsgericht als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt und im Zuchthaus Hameln gehängt). Zunächst war das Lager hauptsächlich für unliebsame Polen gedacht, was aber nicht hieß, dass nicht auch Juden eingeliefert wurden. Das Foto auf der Tafel zeigt in der Vergrößerung den Oberkriegsverbrecher Reichsführer-SS Heinrich Himmler, der Stutthof am 23. November 1941 inspizierte. Als er am 7. Oktober 1939 mit der Leitung der Vertreibung der Polen beauftragt worden war, wurde er zum "Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums" ernannt. Auf Himmlers Anordnung, die Häftlinge des Lagers Stutthof in die Kriegwirtschaft des Deutschen Reichs einzubeziehen, siedelte die SS Werkstätten der "Deutschen Ausrüstungswerke" in Stutthof an, sowie die "Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH".

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