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Nach fast 30km Buckelpiste fahren wir auf kleinen Straßen nach Süden - Richtung Nowy Dwór Gdańsk (ehem. Tiegenhof) - und kommen auf die Straße Nr. 55, die direkt nach Malbork (Marienburg) führt. Nur wenige Gehminuten von der Marienburg entfernt gibt es einen großen Campingplatz (info im Web unter "malbork-kemping.eu"). Malbork liegt an der Nogat, einem 62km langen Mündungsarm der Weichsel. Die Nogat, die sich bei Sztum von der Weichsel getrennt hat, mündet aber nicht in die Danziger Bucht sondern ins Frische Haff. Mit dem Bau der Marienburg (am rechtdeitigen Flussufer) hatten die Ritter des Deutschen Ordens 40 Jahre nach der Eroberung des Prußenlandes 1274 begonnen. Das Siedlungsgebiet des westbaltischen Volksstamms hatte im 13. Jh. an der Ostseeküste - in etwa zwischen den Flüssen Weichsel und Memel gelegen. Nachdem die Kreuzzüge ins Heilige Land allesamt gescheitert waren, wollte Papst Gregor IX. jetzt endlich Erfolge sehen, und diese bescherten ihm die Ritter des Deutschen Ordens. Die Kreuzzüge ins Baltikum waren Wirtschaftskriege, die sich unter dem Titel "Heidenbekämpfung" einfach besser verkauften. In Wahrheit ging des dabei, wie auch in allen Kreuzzügen davor, um Landnahme, um Unterdrückung und Versklavung der Besiegten, um Beherrschung von Handelsrouten und um Erschließung von Ressourcen. Die Prußen und bald auch ihre Nachbarn hatten also nichts zu lachen, denn im Gegensatz zu den Templern und den Johannitern, die im Heiligen Land gegen die Muslime total versagt hatten, wussten die deutschen Ordensritter, wie man so etwas macht. Auf Basis der Ideen ihres 4. Hochmeisters Herrmann von Salza gründeten sie sogar einen eigenen Staat, den sogen. Deutschordensstaat. Der einträglichen Handel mit Bernstein, Pelzen, Holz und allem, was der Ostseeraum zu bieten hat, ermöglichte den Bau zahlreicher Burgen, deren größte die Marienburg ist. Das größte Werk der Backsteingotik! - 1997 zum UNESCO Welterbe erklärt.

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